> home
DGSF Aktuelles Kontakt Service Links Anmeldung

Context DozentInnen Weiterbildung Fortbildung/Seminare

Supervision/Coaching Therapie Beratung Veröffentlichungen


Neues Buch
ab Okt. 2015


Neues Buch
ab Sept. 2011


Neue Bücher Conen/Cecchin

Nachruf
Patricia Minuchin


Nachruf
Luigi Boscolo


Nachruf
Gianfranco Cecchin


Nachruf Ivan
Boszormenyi-Nagy


Salvador Minuchin zum 85. Geburtstag

Seitenanfang

Seitenanfang
AktuellesPRINT


Luigi Boscolo
* 27.3.1932  † 12.1.2015


Die Leitideen von Luigi Boscolo - eine Mailänder Gedenkveranstaltung am 27./28.3.2015

Luigi Boscolo, der am 15.1.2015 , verstarb, gilt als einer der Gründerväter der systemischen Therapie und Familientherapie. Er und Gianfranco Cecchin haben weltweit und mehrere Generationen von Systemikern und Familientherapeuten beeinflusst. Luigi Boscolo zeigte in den Begegnungen mit ihm ein großes Zutrauen in sein Gegenüber, verbunden mit großer Güte und Zugewandtheit. Er brachte uns allen viele Inspirationen und in seiner Bereitschaft, bisher nicht Gedachtes zu denken - ein Querdenker!

Anlässlich seines Todes führte das Centro Milanese dei Terapia della Famiglia in Mailand am 27/28.3.2015 an seinem 83. Geburtstag eine Fachtagung durch. Unter dem Tagungsthema "Il Pensiero di Luigu Boscolo 1967-2015" fanden sich zahlreiche Teilnehmer zusammen. Für mich war die Tagung ein guter Weg, mich von Luigi Boscolo zu verabschieden.

Die Mitarbeiter des Centro referierten zu einzelnen Aspekten, der von Luigi Boscolo (und Gianfranco Cecchin) entwickelten Leitideen, die seit langem die systemische Therapie und Beratung prägen. So berichtete Paolo Bertrando über Boscolos Werdegang - "Reise eines Therapeuten". Sein Nachfolger als Leiter des Centro, Massimo Schinco refererierte über "Der systemische Ansatz und die Identität des Individuums - eine Konversation in der Schwebe". Pietro Barbetta sprach über Luigi Boscolo als den Psychoanalytiker (als seinem Ausgangspunkt), Massimo Guiliani über "Die Kunst der Narrativen in der Therapie" und Gabriela Gaspar über "Die Sprache der Veränderung". Insgesamt beeindruckten die Referate durch ihren persönlichen Bezug zu dem, was Luigi Boscolo für die Vortragenden als Lehrender bedeutet. Vor allem der Abschluß mit einer Foto"session" über das Leben von Luigi Boscolo war sehr bewegend. Seine Frau, Jackie Pereira, erzählte u.a. einige humorvolle and anpackende Begebenheiten, an die sich viele erinnern konnten.

In den Beiträgen wurde noch mal deutlich, wie sehr er mit seiner grundständig neugierigen, zugewandten und auch sehr humvorvollen Haltung, ein ganz besonderer Mensch, Mann und Kollege war. Es war ein Farewell von einem Großen der systemischen Therapie, einem Vordenker vieler Denk- und Vorgehensweisen, die heute zum Alltag systemischer Therapeuten und Berater gehören.

Es war ein guter Abschied von einem Menschen und Kollegen, der viele von uns geprägt und beeinflusst hat. Wir alle, die ihn kennen lernen konnten, wissen um die Bedeutung, die er für die systemische Therapie und Familientherapie hat.

Das Institut wird weiter geführt, mit Massimo Schinco ist ein würdiger Nachfolger gefunden; eine geplante Tagung vom 15-17. 10.2015 in Mailand zeigt eine Erneuerung der Orientierung des Centro auf die lange bestehenden internationalen kollegilane Kontakte. Wir werden also weiter aus Mailand Neues erfahren...


Nachruf auf Luigi Boscolo (27.3.1932 - 12.1.2015)

von Marie-Luise Conen

Luigi Boscolo war ein inspirierender Pionier, der durch seine Herzenswärme und Zugewandtheit Menschen für sich und seine offene Art des Denkens gewann. Er war vielen ein Lehrender, der nicht lehrte, sondern durch seine Großzügigkeit in seinem Denken und Tun überzeugte, ja überwältigend beeindruckte. Das ihn kennzeichnende Zutrauen in andere Menschen wurzelte in dem tiefen Zutrauen, dass auch seine Eltern in ihn setzten. Er stammte aus einer Bauernfamilie in der Nähe Venedigs; er ging später zum Medizinstudium nach Padua - ebenso wie Gianfranco Cecchin, mit dem er fünf Jahre gemeinsam zur Schule gegangen war. Seine Facharztausbildung absolvierte er in New York, wo er gemeinsam mit Gianfranco Cecchin 1966 Mara Selvini Palazzoli kennenlernte, die sie einlud nach ihrer Italien-Rückkehr bei ihr mitzuarbeiten.

Die Mailänder "Vier" (Selvini, Prata, Boscolo und Cecchin) "rollten" in den 1970-1990er Jahren die Therapielandschaft auf. Ihre fast revolutionären Ideen (u.a. in "Paradoxon und Gegenparadoxon" veröffentlicht) verbreiteten sich weltweit. Auf zahlreichen internationalen Kongressen und Tagungen sorgten sie für Begeisterung und trugen zu einer nicht gekannten Aufbruchstimmung bei. Nach der Trennung des Teams wurde die Via Leopardi in Mailand mit Luigi Boscolo und Gianfranco Cecchin der "Mittelpunkt systemischen Denkens". Eine wichtige Wegmarke war ihre Tagung anlässlich des 25 jährigen Bestehens der "Mailänder Schule" am Lago d'Orta, der Teilnehmer aus der ganzen Welt zusammenbrachte und ein nicht wiederholbares "Familienfest" darstellte. Nach Gianfranco Cecchins Tod (2004) und der sich später verschlimmernden Parkinson-Erkrankung von Luigi Boscolo übergaben er und seine Frau Jacqueline Pereira zunehmend das Institut an Nachfolger.

Am 12.1.2015 ist Luigi Boscolo nach langer Erkrankung in Mailand verstorben. Seine warme Klugheit und geistige Schnelligkeit wird uns für immer fehlen. Wir alle, die ihn kennen lernen konnten, sind dankbar, dass er ein Teil unseres professionellen Lebens wurde.

Context | DozentInnen | Weiterbildung | Fortbildung/Seminare | Coaching | Therapie | Beratung | Veröffentlichungen | Anmeldung

Aktuelles | Kontakt | Service | Links Copyright © Context-Institut Berlin